Geisterfahrer- Zurück in die Zukunft 79-Live CD auf NLW
geisterfahrer
Geisterfahrer
Zurück in die Zukunft - Live 1979 CD
Musik für gute Leute

Nur undeutlich entsinne ich mich, als ich so um 1982 herum mir die LP „Fest der vielen Sinne“ von Geisterfahrer im damaligen „Boots“-Plattenladen in meinem Heimatstädtchen anhörte. Keine Ahnung, was ich erhofft hatte, wahrscheinlich irgend etwas, was sich anhört, als hätte es auch auf „Soundtracks zum Untergang 1 bzw. 2“ sein können, geboten wurde jedenfalls eine krude, atonal wirkende und schwer verkopfte avantgardistisch anmutende Ansammlung von Dissonanzen, die mich 15-jährigen Kidpunk nicht berührte. Da wurde das wenige Taschengeld lieber in die Hass LP „Hass allein genügt nicht mehr“ investiert, wenn ich das noch richtig in Erinnerung habe. Danach habe ich mich 25 Jahre lang nicht mehr mit Geisterfahrer beschäftigt.
Nun liegt ein Tondokument in Form einer CD vor, die zwei Konzerte der Band aus dem Jahr 1979 beinhaltet, eines davon auf dem legendären „In die Zukunft“-Festival in Hamburg, auf dem Geisterfahrer allerdings angesichts von Mitstreitern wie Hans-A-Plast, KFC, Buttocks, ZK und Male „etwas“ aus dem Rahmen fielen. Um nicht zu sagen deplaziert wirk(t)en.
An dieser Stelle sei ein Zitat erlaubt, das dem Cover der Live-LP dieses Festivals entnommen wurde: „Die mit Abstand widerlichste Erscheinung habe ich mir zum Schluß aufgespart: Geisterfahrer, ein neues Retortenprodukt, das gottseidank seinen set frühzeitig abbrechen musste. Einen derartig dekadenten (hier passt das Wort mal) Intellektuellen-Scheißdreck wie den habe ich wohl noch nie gehört.“ (Aus Rock-Musik Nr. 3/ Hamburg).
Das Ganze hat also mit herkömmlichen Hörgewohnheiten nicht viel zu tun, es erklingen eher schräg-experimentelle Klangkollagen und monoton sich wiederholende Elektro-Minimalismen. Dazu eine unglaublich simpel vor sich hinsägende Gitarre und sich ebenfalls monoton wiederholende plakative Textpassagen, die eher zufällig wirken, fast wie improvisiert.
Insofern sehr nahe an der Grundidee des Punk, der DIY-Gedanke quasi auf die Spitze getrieben. Das ist Dadaismus in Reinkultur, wenn man so will. Aber Dada habe ich auch nie verstanden, obwohl ich mir einmal ein Reclam-Heftchen zum Thema kaufte („Dada Berlin“) und es vollständig durchlas. Was blieb war nur ein großes Fragezeichen. Genau das sah ich beim Abspielen der CD vor meinem geistigen Auge erneut. Die Punks, die auf dem „In die Zukunft“-Festival weilten, schienen mit der Performance auch nicht viel anfangen zu können, deren Reaktion ist ebenso lustig, wie verständlich. Stichwort: Konzertabbruch!
Der zweite Auftritt, der hier dokumentiert ist, fand an der Hochschule für bildende Künste in Hamburg statt und das passt auch deutlich besser. Protagonist Holger Hiller, später bei Palais Schaumburg (auch nicht jedermanns Sache), selbst Kunststudent zu jener Zeit, wurde hernach semibekannt, als die Toten Hosen ihn in ihrem Song „Jürgen Engler gibt ´ne Party“ erwähnen (B-Seite der „Wir sind bereit“ EP /1982), der sich über elitäre Bohème-Typen lustig macht. Auch irgendwie bezeichnend. Die Aufnahmequalität der beiden Auftritte geht in Ordnung, auch wenn man angesichts des Alters keine Wunder erwarten darf.
Die CD im schicken DVD-Tray stellt ein interessantes Tondokument aus einer wilden Zeit dar, in der vieles noch möglich war, definitiv nicht angelegt, um jedermann zu gefallen. Wie hoch allerdings die Zahl der avantgarde- und kunstbeflissenen Mololo Plus – Leser sein mag, darüber ließe sich trefflich philosophieren. Sir Paulchen

30. Mai 2007 | www.nlw.backagain.de




GEISTERFAHRER

Zurück in die Zukunft – live 1979  CD
nlw.backagain.de
Der erste GF Auftritt beim „In die Zukunft – Punk bis zum Untergang“ Festival am 26.06.1979 in der Hamburger Markthalle geriet zum Fiasko. Holger Hiller, Hans Keller, Michael Ruff und Matthias Schuster standen mit ihrem Sound, bestehend aus Krachschleifen, analogen Synthesizern, Gitarren und Rhythmusbox, im krassen Gegensatz zu Gruppen wie KFC oder den BUTTOCKS. Sampling pur würde man heute sagen, aber Sampling musste ja noch erst erfunden werden. Mit dem Zyklus „Simpel 1-4“ riss nicht nur die Geduld der anwesenden Punks, es wurde auch Saallicht eingeschaltet und der Band auf der Bühne der Strom abgestellt. Vier Monate später, beim 2. Auftritt, diesmal an der Hochschule für bildende Künste in HH, ist dann auch Jürgen Weiß am Schlagzeug mit dabei. Zitat aus dem Beiheft: „Wir hatten nur eine einzige Probe, wodurch Jürgen fast alle Titel durcheinander brachte. Aber gerade dadurch entsteht diese fiebrige, hysterische Überdrehtheit, die GF ausmacht“. Diese gelungene Zusammenstellung wirkt nicht nur authentisch sondern klingt auch 28 Jahre später erstaunlich spannend.  (57:44) (7)         Kay Wedel


EISTERFAHRER - Zurck in die Zukunft - Live 1979

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Geschrieben von Sascha Bertoncin   
21.06.07
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Label:Musik fr nette Leute
 
Vö:
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Format:CD
 
Links: re_label
 
Bewertung Redaktion:beer_5
 
Leser:
 

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b
 


 
Hier zu kaufen
Vorwärts nach Gestern
Die Hamburger
GEISTERFAHRER gehören zwar nicht zur allerersten Liga des deutschsprachigen 80’s Untergrunds, aber in den richtigen Kneipen und Clubs trifft man auch 2007 immer noch auf eine Gattung Mensch, dem die Band geläufig ist – und das in der Regel nicht einmal vorrangig durch ihren Minihit „Himmel sei Dank“.
Wie viele andere Veteranen zog es auch die
GEISTERFAHRER 2005 nochmal auf die Bühne und mit „1979 – 1989“ gab’s die dazugehörige Retrospektive. Quasi als Nachschlag kommt nun „Zurück in die Zukunft – Live 1979“ in Form zweier Hamburger Konzertmitschnitte noch dazu. Das Cover weist auf „historischen Original Sound“ hin, was jedoch zumindest mir allemal lieber ist als der überkomprimierte Klang der meisten neueren Produktionen. Der Gesang könnte vielleicht etwas besser im Gesamtmix integriert sein – vermutlich gab es jedoch keine Mehrspuraufnahmen, so dass nachträglich nur noch begrenzt Korrekturen möglich waren.
Wie die beiden Mitschnitte recht gut dokumentieren widersetzen sich GEISTERFAHRER 1979 noch ziemlich stark stilistischen Einordnungen. Der Auftritt beim „Zurück in die Zukunft“-Festival, das eigentlich mehr oder weniger für die Bandgründung ausschlaggebend war, ist einerseits vom Hang zu experimentellen Sounds bestimmt, während der Gesang durchaus auch klassische Punk-Erwartungen erfüllt. Set Nummer Zwei (aus der Hochschule für bildende Künste) oszilliert dann für heutige Verhältnisse herrlich unbekümmert sich Industrial, Rohpunk und Minimal Elektronik. 
Das anwesende Publikum hatte hiermit durchaus seine Probleme. Somit hat sich seit damals nicht viel geändert – wer Erwartungshaltungen untergräbt oder nicht bedient wird mit Liebesentzug vom Publikum bestraft.


 Trackliste:
01. Sehr entgegenkommend
02. Ufer
03. Zweischlag
04. Magazine
05. Simpel 1
06. Simpel 2
07. Simpel 3
08. Simpel 4
09. Dachau Blues
10. 2 Tage
11. Ufer
12. Magazine
13. l
14. Unschuld
15. Linientreue

 



Hier kommt der leise Tod! Ein Tribut an Die Geisterfahrer

Plastic Frog / SX Distribution
&
Die Geisterfahrer
Himmel und Hölle - 3inch-CD
Dom Elchklang
„Ich war nicht begeistert, ich war verwirrt“, heißt es in Knarf Rellöms „Autobiographie einer Heizung“ über eine frühe Begegnung mit Post-Punk. Eine der für mich persönlich verwirrendsten Platten war irgendwann mal die erste LP der Hamburger Post-Punk-Gruppe Die Geisterfahrer gewesen. Sie war offensichtlich inspiriert von der düster-stoischen Punk-Weiterentwicklung der ersten Joy-Division-LP, aber noch viel verstörender, weil zermürbter, unrunder, um nicht zu sagen: versehrter. Sie sprang mich nicht in Punk-Brett-Manier an, sondern taumelte auf mich zu und schien dann irgendwie zusammenzubrechen. So ungefähr, jedenfalls. Ihr Nicht-Gesang klang wie durch mehrere Schichten eitrigen Verbandsmull hindurch gepresst und zersetzte die ohnehin schon weitgehend aufgelösten Texte noch weiter. Ein ästhetisch kondensierter Horror vor Massenvernichtungswaffen hie und Friedensbewegung da – Songtitel wie „Pestkreuze“ waren in diesem historischen Zweifrontenkrieg eine hervorragende Waffe gegen beide Seiten desselben falschen Bewusstseins. Aus einer schnell einrastenden Begeisterung für verwirrende Post-Punk-Düsternis als „Zeitgefühl“ entstand dann wenig später (die besagte LP erschien 1980) die Gothic-Bewegung oder, um es auf banal-rockhistorisch zu sagen: Joy Division bereiteten den Weg für Sisters of Mercy ... Und Die Geisterfahrer wurden als „Godfathers of German Goth“ verhaftet. Was jetzt mit einem Tribute-Sampler noch mal ratifiziert wurde von weitgehend unbekannten Gruppen aus Dark Wave und dem verschwägerten Neo-Minimal-Genre. Mehrheitlich werden die Originale dort zu gut geölten Grufti-Disco-Schlagern umgebogen. Und anstelle von deren Verstörtheit klappern die meisten InterpretInnen die szeneüblichen Formen von Affirmation, Eindeutigkeit, Klebrigkeit und verpeiltem Pathos-Kitsch ab. Denn: These groups are made for stalking! – Am ehesten gibt noch der Beitrag des Mainzer Underground-Aktivisten Brandstifter eine ungefähre Ahnung von seiner Vorlage. Passt insgesamt zu gut – wenn auch nur als Fußnote – zur aktuellen Post-Punk-Verstellung durch Wiederaufgriff und die begleitenden Begeisterungsstürme des laufenden Festivalsommers. Sehr gut hingegen der als matter Gag getarnte Schlusskommentar von Klaus Fiehe: „Achtung, Achtung, Ladies und Gentlemen! Die Gefahr der Geisterfahrer auf bundesdeutschen Autobahnen besteht nicht mehr!“ – quod erat demonstrandum. Pikanterweise haben sich die wohl nie ordentlich aufgelösten Die Geisterfahrer mittlerweile ihren Epigonen angenährt; wie bereits die letztjährige Neuaufnahme ihrer ersten Single (ihrerseits damals die erste Veröffentlichung auf Alfred Hilsbergs legendärem Zick-Zack-Label) zu deren 25-jährigem Jubiläum bewies. Auch sie ersetzte die Verschrobenheit der Originale durch gängigen Dark-Wave-Stampf. Das auf „Himmel und Hölle“ erstmals veröffentlichte Studiomaterial aus dem Zeitraum 1991 bis 1994 zementiert diesen Eindruck mit halb-okayem, verhangenem Post-Industrial-Gegrummel. Unverbindlich-düstere Soundschollen – und zwar: je dichter, desto unverbindlicher – dümpeln vor sich hin, in etwas, das wohl Atmosphäre sein soll, aber doch nur wieder mal Stimmung mit Spannung verwechselt – eine beliebte Post-Industrial-Krankheit. Auch hier fehlt über weiten Strecken bzw. Flächen etwas Gegenläufiges oder Ausscherendes, das sich gegen die Tendenz zur Klangpostertapete mit Bedeutungsschwangerschaftsstreifen anstemmt. Jene Form durch Formzerstörung, mit der Gruppen wie Die Geisterfahrer einmal gegen die herrschende Klangpostertapetenordnung angetreten waren. Wohl eher unter die mediokren Veröffentlichungen des hinreichend berüchtigten Dom-Elchklang-Labels zu rechnen.
Frank Apunkt Schneider
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Artist: Geisterfahrer
Title: "Himmel und Hölle"
Homepage:
http://www.thegeisterfahrer.de/
Label: Domelchklang

 
Kaum ist die WM vorbei - da ist auch wieder Zeit zum Rezensieren. Und besonders viel
Freude macht das, wenn man eine CD auf dem Tisch liegen hat, die schon von Außen
interessant wirkt. Nach aktuellen Vinyl- und CD-Veröffentlichungen erwartet mich aus
dem Hause Schuster dieses Mal eine 3" CD mit raren, bisher unveröffentlichten Stücken
der 90er Geisterfahrer-Ära. Genau genommen handelt es sich um die lange vermissten
Tschernobyl-Bänder. Mit "Himmel und Hölle" lernt man eine neue "other side" der
GEISTERFAHRER kennen, denn auf dieser Scheibe verbergen sich sechs ultra-düstere,
Soundtrack-artige, boshafte instrumental Tracks. Bereits das Intro "Lieb Tschernobyl"
läßt erahnen wohin die Reise bei dem bedrohlichen "vier fünf" geht - direkt in die Hölle
nach der Katastrophe von Tschernobyl (Anm. d. Verf.: meine Interpretation).

 
Der Bogen der Bedrohung (hauptsächlich durch die sphärischen Klangteppiche und tiefen
Synthisounds) wird nach der Reise durch "So Na Mu" bis hin zur "Sonne" stellenweise
durch freundlichere Passagen abgelöst. Ein kleiner Hoffnungsschimmer kommt auf, doch
weit gefehlt. Bei "Eine Million" ist das Reaktorunglück realer denn je. Sprachfetzen,
Kinderstimmen, Tod. "Salzzeit", läutet das Danach ein - Leben wurde ausgelöscht.
"Himmel und Hölle" läßt den Ausgang der Geschichte mit "Zen" offen.

 
Weder für die Disco, noch für wilde Tanzparties ist "Himmel und Hölle" geeignet. Aber das
ist auch nicht das Ziel dieser gelungenen Mischung aus Soundtrack und Meditationsmusik.
Der Hörer soll sich zurücklehnen, die Augen schließen und einen ganz eigenen "Film"
erleben. Die Mini-CD geht in eine ähnliche Richtung, wie heutzutage z.B. PREDELLA AVANT
mit Ihrem Album "Carbon Figures". Empfehlenswert also für Fans der instrumentalen
Synthimusik, die es vermag, Geschichten zu erzählen.

 
Coole Scheibe.
 
 
(Darkun)


Immer auf der Gegenfahrbahn History 80er

GEISTERFAHRER AvantgardeRock


Sie waren die erste Veröffentlichung Alfred Hilsbergs legendärem ZickZack-Label. Und später wiederum die erste Indie-Band, die zur Major-Konkurrenz ging.


Die Hamburger Geisterfahrer entstanden 1979 zur Pre-NDW/Postpunk-Ära, einer Zeit also, die heute einhellig als eine der kreativsten und spannendsten Epoche der deutschen Rockmusik gewertet wird. Damals hieß das New Wave und später sortierte man sie (un)sinnigerweise in die NDW-Ecke ein. Doch trotz oder gerade wegen des unterschiedlichen Backgrounds der wechselnden Mitglieder entstand eine Musik ganz eigener Atmosphäre, die schwer in eine Schublade einzuordnen war.
Der Kern der Band um die experimentierfreudigen Matthias Schuster, Hans Keller, Michael Ruff und Holger Hiller verstand sich als offenes Projekt, um mit innovativen Klangstrukturen den Punkspirit weiter zu entwickeln. Der Sound hatte allerdings mit Punk nicht viel zu tun, sondern bewegte sich eher in avantgardistischen Gefilden.
1980 erschien „Schatten voraus“, das seiner Zeit in der Tat um Jahre voraus war. Mit düster-lyrischen Texten und einer musikalischen Mischung aus Gothic und elektronischen Geräuschen steuerten sie geradewegs ins Dark Wave-Umfeld und nahmen so stilistisch die neue deutsche Todeskunst vorweg.
Holger Hiller stieg schließlich aus, um
Palais Schaumburg zu gründen und mit Fähnlein Fieselschweif köstliche Singles herauszubringen. Für Hiller kam Jürgen Weiss, die Gruppe wurde deutlich rocklastiger. Mit „Himmel auf Erden“ gab es sogar einen kleineren Hit von ihrem Klassiker-Album „Fest der vielen Sinne“, eigenwillig und rau, bis heute ein Meilenstein deutscher Popkultur.
Die Geisterfahrer waren bei jeder Album-Produktion immer wieder anders, nur Matthias Schuster war immer beteiligt. 1986 verstärkte sich die Gruppe mit dem „Kastrierten Philosophen“ Andy Giorbino, einem der Urväter der Hamburger Avantgarde. Doch trotz einiger weiterer hervorragender Platten blieb der kommerzielle Erfolg aus. Die Gruppe starb einen leisen Tod.
Obwohl alle Beteiligten schon seit Jahren ihre eigenen Projekte verfolgen oder ganz aus dem Musikgeschehen ausgestiegen sind, haben sich die Geisterfahrer nie offiziell aufgelöst. Matthias Schuster produzierte u.a. Abwärts, Andreas Dorau und Ostzonensuppenwürfelmachenkrebs und spielte bei Bal Paré , Im Namen des Volkes, Ritual, Jeanette und das Land oder Thermograph und heute bei Das Institut. Michael Ruff betreibt seinen „Ruff Records“-Plattenladen in Hamburg, Jürgen Weiss lebt in Venedig und Hans Keller arbeitet als Werbedesigner in Zürich.
Und was kaum einer für möglich hielt, waren die Helden der politbewegten 80er 2005 urplötzlich -und 25 Jahre nach ihren ersten Fahrstunden- wieder auf Kollisionskurs. Es kam sogar im Zuge diverser Wiederveröffentlichungen früherer Scheiben zu einigen Live-Gigs, bei denen überzeugend belegt wurde, dass die Geisterfahrer immer noch innovativ sind.


label Zick Zack / Konkurrenz / Onomato Pop / pop-up records / Plastic Frog / NLW
home Stellingen
net thegeisterfahrer.de / institut-schuster.de / giorbino.de /

disco 1979-1989 (2005) · The G-Far-I (1989) · Stein & Bein (1988) · The Other
Side Of Geisterfahrer (1987) · Fisch Gott (1986) · Topal (1983) · Fest der
vielen Sinne (1981) · Schatten voraus (1980) · Geisterfahrer (EP, 1980)
Matthias Schuster: Camera Obscura (Das Institut, 2005) Zukunftsmusik (Das
Institut, 2005) · Der kalte Garten (Das Institut, 2201) · Das Institut (2000) ·
Hamburg-Paris - Bal Paré (1997) · Atemlos (1981)
Andy Giorbino: Schön (2005) · Überall Licht (EP m. Folke Jensen, 2002) ·
Les Fleurs Du Mal (m. David Myer/Sillywalks, 1997) · Bellymen (1996) ·
Whiteouts (1993) · The Art Of Letting Go (m. Folke “Ledernacken” Jensen,
1989) · Between Shooting (Kastrierte Philosophen, 1987) · Mit Anmut und
Würde (1982) · Frechheit siegt (1982) · Ivanhoe ( m. Jäki Eldorado, 1982) ·
Lied an die Freude (1980)

Im Namen des Volkes

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rtist: Im Namen des Volkes
Title: "Weisses Rauschen"
Homepage:
http://www.nlw.backagain.de/
Label: NLW Records
 
Freunde des minimalen Underground-Elektros können sich freuen, denn eine Schlüsselfigur
der Szene ist in letzter Zeit so aktiv wie nie zuvor. Gemeint ist niemand anderes als
Matthias Schuster; bekannt vor allem durch seine Band GEISTERFAHRER und zahlreichen
Projekte wie DAS INSTITUT, BAL PARè etc. Nachdem vor knapp 25 Jahren die erste Single seines
Projektes IM NAMEN DES VOLKES erschienen war und bereits kurz darauf in Sammlerkreisen zu
Höchstpreisen gehandelt wurde, so ist nun endlich die zweite Single offiziell im Handel
erhältlich. Genauso stilecht wie die Tatsache der Veröffentlichung auf Vinyl, sind auch die vier
darauf enthaltenen Stücke: "Reaktorkern", das Titelstück "Weisses Rauschen", System überlastet"
und "Dich sehn". Alle Songs sind aus eben der Zeit von 1979-1981 und wurden soundtechnisch
von Matthias Schuster im Institut aufbereitet. Mit den sehr wavigen und elektronischen
Sounds wird auch nach so langer Zeit genau der Puls der Zeit getroffen. Absolut geniale
Scheibe, die in jede ernstzunehmende (Elektro-, Wave- und Minimal-) Sammlung gehört.
 
(Darkun)


 
Unglaublich wie aktiv MATTHIAS SCHUSTER weiterhin in der Musikszene mitmischt. Nicht nur neue Sachen werden z.B. mit dem INSTITUT produziert, nein, es erscheinen auch regelmäßig Veröffentlichungen mit sehr seltenen Aufnahmen aus früheren Zeiten. Nachdem zuvor das Soloalbum „Atemlos“ veröffentlicht worden war, produzierte man 1986 im GEISTERFAHRER-Studio ein düsteres Minimal-Gitarren-Elektro-Ambient-Wave Album namens „Sprecht mit den Maschinen“, dass ursprünglich auf dem damals in der Szene bekannten Independance Label erscheinen sollte – wozu es dann leider aus diversen Gründen nicht mehr kommen sollte. Knapp 20 Jahre später erscheinen diese gesuchten Tracks zusammen mit einigen weiteren raren Stücken aus dieser Schaffensperiode auf der „Atemlos 2“-CD.

19 Stücke, teilweise instrumental, teilweise mit (Sprech)-Gesang werden von diesem Silberling beherbergt. Wie die Musik zu einem alten Gruselfilm leitet „Urträchte“ das Werk ein. „Sprecht mit den Maschinen“ wird durch dramatische Klaviermelodien getragen. Klirrende Sounds bestimmen „Atemlos II“. Bei „Madrid“ tritt die Gitarre in den Vordergrund. Der Gesang erinnert mich besonders bei diesem Stück an die ersten beiden GEISTERFAHRER-Alben. Einen richtig flotten Rhythmus hat „Tiger/Tigerin“.  „Der lange Schlaf  2“ und „Mask“ wirken wiederum schön schaurig, schummrig und orchestral. Weitere Highlights sind für mich „Fetus“ und „Bela“, da sie sehr abgedrehte Sounds beinhalten. Ich weiß nicht warum, aber Track 13 „Agitare prime dell uso 2“ erinnert mich ein wenig an „Funky Town“ – nur minimaler Winking. Sehr interessant finde ich auch die zahlreichen Anspielungen an gänzlich andere Musikrichtungen wie Tribal-Drums bei „Silbersack“ und Marsch/Volksmusik bei „Maschinen“.

Alben wie „Atemlos 2“ richtig zu beschreiben ist gar nicht mal so einfach. Aufgrund der Instrumental-Passagen erscheint das Album wie der Soundtrack zu einem düsteren Gruselfilm mit unheimlichen Bildern. Durch Einsatz von Gitarren und monotonem Gesang bekommt das Ganze jedoch auch einen sehr wavigen Touch. Die Soundcollagen und eingestreuten Geräusche lenken das Album in avantgardistischere Gewässer, wo sich einst auch DIE TÖDLICHE DORIS u.ä. tummelten. Insgesamt bekommt der Hörer ein Album, dass man am besten zu Hause, im Dunkeln und an einem Stück hören sollte. Nur dann entfaltet das Werk seine volle Wirkung. Erwähnt sei noch das Cover, dass ein total skurriles und nicht minder geniales Titelfoto ziert. Für Sammler ist die Scheibe ohnehin ein Muss.


title: ATEMLOS/RITUAL/IM NAMEN DES VOLKES schuster_atemlos

label: NLW
format: cd
details: 22 tracks [NLW005]


Matthias Schuster is in some circles well known for his work as an electronic musician/composer. He has been active since the mid 70's (and still is) under various names and with different formations.

On this cd his early work is collected. Next to the
Atemlos lp (1981), the Ritual EP and the legendary Im Namen Des Volkes single (from 1979) are included. This single is an early and true piece of minimal electronics. Even only for these three tracks this cd release is interesting. But there is more.

Ritual is, as the title suggest, ritualistic music consisting of five hypnotic tracks. The music reminds me a bit of some 60's experimental electronic music like that of Popol Vuh.

The
Atemlos lp is a thirteen track counting album that is somewhere between minimal electronics, experimental music and NDW. Some tracks are a bit like the pieces on Ritual while others sound a bit like early D.A.F. (as on the Die Kleinen und die Bösen lp). As a bonus the 1998 remix of 'Ritual IV' is included. This is a more danceable version which completes this selection of tracks very well.

Atemlos/Ritual/Im Namen Des Volkes is a very worthwhile and relevant re-issue. The music featured is both interesting and enjoyable. This is obscure music made available again. Recommended



artist: GEISTERFAHRER
title: 3. JAHRTAUSEND geisterfahrer

label: NLW
format: vinyl
details: 7”, 3 tracks [NLW007]


Probably the most famous musician of this band is Matthias Schuster. But also as a band, Geisterfahrer has quite a name in the 80’s wave scene. On this single there are three tracks that were recorded between 2000 and 2004.

The A-side is surprising with a heavy techno influenced sound. Also on the B-side the music seems more or less inspired by contemporary dance music.

Even though it is nice to hear that Geisterfahrer doesn’t only look backwards to the past, I prefer a 80’s wave sound better than this music. This is the least NLW release so far. But, I am sure the next one will be very nice again.




Geisterfahrer

3.Jahrtausend-7

(NLW/ SX Distribution)

Eine wirklich historische Aufnahme! Pünktlich zum 25jährigen Bandjubiläum veröffentlicht die Band um Matthias Schuster (Ich war da, leergebrannt) ihre erste Single noch einmal: Quasi als Zwilling zum Original-Release erscheint die Platte mit Neuaufnahmen der Songs (Keine Remixe!) in weißem Vinyl und mit weiß-schwarzem Cover. Hatten die Hamburger trotz Synthie immer einen sehr punkig-rauen Sound, so klingen jene drei neuen Tracks voll-elektronisch, streckenweise fast schon technoid. Die Single ist also einmal mehr Geschmackssache; die alten Fans aus der NDW- und New Wave-Ära werden wohl noch immer die gitarrenlastigere Urversion vorziehen - Zuhörer der neueren Minimal/E-Clash-Richtung werden die Single sicherlich mehr als die anderen, schrägeren Veröffentlichungen der Band mögen. Der Sound der alten Helden anno 2005 erinnert kurioserweise sehr an Alien Skull Paint, Mikron 64 oder auch andere Electro-Bands der ganz neuen (wievielten

eigentlich!?) Generation an Vintage-Acts. Uwe Marx




Interview mit Matthias Schuster von Kay Wedel

Ein Geisterfahrer auf der Überholspur
GEISTERFAHRER wurden 1979 von Matthias Schuster (Gitarre, Synthesizer), Michael Ruff (Gesang), Jürgen Weiß (Violine, Synthesizer, Bass und Hans Keller (Drums, Bass) gegründet.
Der erste Auftritt fand am 29.06.1979 auf einem von Alfred Hilsberg organisierten Festival in der Hamburger Markthalle statt. Ihre erste Single war auch die erste Veröffentlichung auf dem Hilsberg Label ZickZack. Vielfach waren sie ihrer Zeit voraus, ob Industrial, New Wave, oder Gothic, am Ende wurden GEISTERFAHRER zu einer richtig rockenden Band
. Mit dem Song “Himmel auf Erden” gab es sogar einen kleinen NDW-Hit. In wechselnden Besetzungen wurden bis 1989 insgesamt sieben Alben veröffentlicht, dann wurde es still um die Band und die Musiker kümmerten sich um diverse andere Projekte. 2005 wurde mit “1979-1989” eine umfangreiche Zusammenstellung der frühen Jahre veröffentlicht, die erste Single wurde neu aufgenommen und es gab, nach 15 Jahren live Abstinenz, sogar einen Auftritt. Ich habe Matthias Schuster einige Wochen vorher in seinem Studio besucht. Geräte soweit das Auge reicht: Synthesizer wie der Korg Synthesizer MS10, Effektgeräte aus den 70er Jahren oder ein PC-gesteuertes Mischpult.


Also ich bin ja echt überrascht über so viel Equipment. Teilweise erinnert das hier ja schon an ein Museum.

”Das stimmt, diese Multiplay-analoge Bandmaschine z.B. stammt aus dem LICHTJAHR Projekt. Mit der konnte man im Ping-Pong Verfahren überspielen, die ist von 1975. Hier steht sie, die Originalmaschine ist jetzt 30 Jahre alt. Aber alle Geräte hier sind miteinander vernetzt und an einem Pult angeschlossen. Sie funktionieren und können über Trigger angesteuert werden.”
Das Projekt Lichtjahr? Hat damit alles begonnen?
”Ja richtig. Ich habe einmal Kunst studiert und habe Kunstkram gemacht. Ich dachte mir ich brauche unbedingt einen Synthesizer und habe dann zusammen mit Jan Krahn auf Vernissagen gespielt und bei Theaterstücken, das war beides Lärm. Das Projekt LICHTJAHR haben wir beide mehr oder weniger erfolglos jahrelang gemacht. Ich bin dann nach London geflogen und habe das Virgin angeboten. Die haben dann gesagt so etwas haben wir schon. Das war so ein bisschen angelehnt an, etwas krachiger, zwischen CARBARET VOLTAIRE und TANGERINE DREAM. Nur TANGERINE DREAM war bei denen unter Vertrag. Da ging aber auch schon der Punk los. Ich weis noch, im Marquee wollte ich THE INCREDIBLE STRING BAND gucken, das ist eine Hippieband vor dem Herrn, die ich aber immer gut fand, und da stand denn fällt aus, dafür spielen MEAN STREET. Nie gehört natürlich, aber ich dachte da gehe ich mal rein (Anmerkung: der Sänger von MEAN STREET Gary Webb gründete später TUBEWAY ARMY und nannte sich Gary Numan). Drinnen war das dann echt grotesk, denn ich wusste gar nichts, so etwas gab es in Deutschland nicht. Die ganzen Typen mit dem Eisen im Gesicht - Sicherheitsnadeln durch die Nase. Ich dachte das muss ein Fake sein, aber das war ja echt. Und dann kamen die auf die Bühne, schmeißen eine Glasflasche an die Decke, ein Scherbenregen prasselte auf die Masse und es ging los, one, two, three, four. Das krasse Gegenteil. Das war so die Initialzündung. Ich habe gedacht, das ist total geil. Es war zwar auch irgendwo total Scheiße, die konnten keinen Ton spielen, aber die Energie, die dabei rüberkommt, das ist geil. Und das zweite was ich immer geil fand war, das es jeder machen kann. Ich hatte mal mit 15 Gitarrenunterricht, das hat mich so angekotzt, ich habe es nach zwei Monaten geknickt. Aber ich konnte A, E, C. Das war es, drei Akkorde, mach ‚ne Band. In Hamburg vom Hippiekumpel gleich eine Gitarre gekauft, eine Telecaster, und gleich am ersten Tag einen Song geschrieben, natürlich nach diesem Muster und gedacht, mehr brauche ich nicht: Telecaster, Minipops. Das war die totale Abkehr zu dem vorherigen, diesem Kunstkram.”
Also war dies die Initialzündung?
”Ja! Dabei bin ich 52 und war damals eigentlich steinalt für Punk. Ich habe danach die BIG BALLS, die erste Hamburger Punk Band, im Winterhuder Fährhaus gesehen. Das war Punk aus England, nachgespielt mit englischen Texten, es war nicht wirklich etwas Neues. Die fand ich grottenschlecht, aber der Geist ist das, genau das will ich machen. Dann habe ich Hilsberg angerufen und gesagt ich spiele da in der Markthalle.”
... das legendäre ‚Punk bis zum Untergang’ Festival,...
“Aber es gab nichts zu spielen. Es gab keine Gruppe. Es existierte nichts, es gab nur mich. Meine Rhythmusmaschine, meine Telecaster und ich. Und das Ganze heißt STROMAUSFALL und fertig ist. Zwei Tage vor dem Auftritt habe ich dann die anderen Leute kennen gelernt. Hans Keller bei Govi im Plattenladen. Ich habe ihm erzählt, ich spiele übermorgen in der Markthalle, da sagte er, ‚Da hätte ich auch Lust zu‘ und ich antwortete, ‚Ja, dann mach doch mit.‘ Und in diesem Plattenladen arbeitete auch Jürgen Weiß und der meinte, ‚Ja und ich spiele Schlagzeug‘, und ich habe gesagt, ‚Dann mach doch auch mit.‘ Da fragte mich Jürgen ‚Was für Songs gibt es denn?‘ und ich antwortete, ‚Es gibt keine Songs – wir gehen da hin und gucken mal.‘ Und daraufhin hat er gesagt, nee, dann will ich nicht, das ist Scheiße. Deshalb sind wir dann mit der Rhythmusmaschine aufgetreten.”
Michael Ruff und Holger Hiller (gründete später PALAIS SCHAUMBURG) waren auch mit dabei...
“Hans wohnte in einer WG, zusammen mit Alfred Hilsberg und Holger Hiller, der dann gesagt hat, Nee dann will ich auch mitspielen. Der war dann auch mit dabei. Michael Ruff habe ich auch zufällig, wieder in einem Plattenladen, kennen gelernt:’ ich habe gehört du machst da was in der Markthalle, da würde ich ja gerne mitmachen.’ Ich:’ Ja was machst du denn so.’ Er: ‚Ja ich schreibe Texte.’ Er gab mir da ein Buch in die Hand, gebunden und so. Das waren alles großartige Texte, ich habe es heute noch, das steht hier unten. Na ja, wir haben gedacht, jetzt passt der Name STROMAUSFALL nicht mehr. Lasst uns mal GEISTERFAHRER nehmen. Damals bin ich nebenbei Taxigefahren. Ich hörte das immer in den Verkehrsmeldungen und dachte, das ist ein guter Name, deutsche Tradition wie KRAFTWERK und jeder kennt das, auch im Ausland, aber keiner weis was es ist. In England waren später Kritiken im NME, da stand dann Master Of Mind oder irgend so etwas. Das klang so völlig esoterisch, die Platte wurde umschrieben mit ‚das klingt so, als ob man das Rauschen der Wälder im Schwarzwald hört’, Ha, ha ,ha.”
Euer Auftritt vor tausend Punks geriet zum Fiasko, mit selbstgeklebten Bandschlaufen ...
Wir sind gesteinigt wurden, beim ersten Gig flogen Glasflaschen auf uns. Man hatte uns den Strom rausgerissen, denn wir hatten Stücke, die Stücke die hießen”Simpel 1” jetzt kommt ”Simpel 2”. Nur Krach. Ha, ha, die Leute haben gebrüllt, ‚Aufhören, Scheiße, ihr Wichser‘.”
Aber zumindest gab es eine Reaktion.
”Ja, das ging bis in die Boulevardpresse, dort stand dann: ‚Punkkonzert wurde Strom abgedreht’. In den einschlägigen Fanzines die für uns waren stand, ‚die ekelhafteste Erscheinung des Abend waren ein Retortenprodukt aus Hamburg: die Geisterfahrer‘. Die haben uns gehasst, die eigene Szene hat uns gehasst und die große Szene sowieso, aber wir waren die einzigen, die ein Echo erhielten. Am nächsten Tag riefen RCA an und Teldec, wir hätten jedes machen können. Dann kamen Radio und Fernsehen. Wir waren bei der NDR-Talkshow mit Achim Reichel und Bauer, Garn und Dyke. Die uns auch gesagt haben‚’Ihr seid Cretins, ihr habt keine Ahnung von Musik‘ ha, ha, ha. Dieses gehasst sein – das ist dann aber später umgeschlagen in Fansein. Wir haben später dann eine Tour mit LEATHER NUN gespielt und die Leute haben gekreischt und Geisterfahrer gebrüllt, den Tourbus belagert und so weiter. So etwas hatte ich bis dahin noch nicht erlebt. In der Endphase kündigte uns Alan Bangs im Radio als Deutschlands beste Rockband an. Da haben wir uns dann am Kopf gekratzt und gesagt, jetzt müssen wir wohl mal die Notbremse ziehen, sonst müssen wir noch im Rockpalast spielen. Jetzt sind wir wohl langsam richtig Scheiße.”
Ihr hattet in vielerlei Hinsicht eine Vorreiterrolle. Nicht nur musikalisch, schließlich gingen GF als erste Zickzack Band zur Industrie.
”Es gab eine heftige Debatte bei GF sollen wir das machen und zu Phonogram gehen, schließlich waren wir die erste Band auf Zickzack. Wir waren Zickzack 001, die erste Single. Hilsberg hat immer gesagt, ich zahle gar nichts. Ich zahle euch auch kein Midi-Studio, ihr habt ja ein Studio. Und das war ich leid, Ich habe gesagt, ich mache das jetzt schon seit 5 Jahren ohne. Vor GF konnte man das machen, denn Synthesizer klingen auch so gut. Aber ich will einen Drumsound haben denn ich habe einen Drummer und will nicht diesen Schlafzimmersound. Ich möchte so einen Hall auf der Snare haben, ich möchte dass das geil klingt, und deswegen bin ich zu Phonogram. Ich habe Bock das was losgeht. Ich will einen Standard erfüllen. Später habe ich zwar wieder Sachen gemacht, da habe ich gesagt ich will Schlafzimmersound, aber in dem Moment wollte ich es nicht. Deswegen müssen wir da hin gehen, nicht wegen Geld.”
Aber Geld gab es dann doch auch, oder?
“Wir haben irgendwie pro Platte 5.000 Mark bekommen und denn gab es noch, gut das heutige Studio ist von Phonogram, die haben eine Otari (Bandmaschine) ausgeschüttet, Mischpulte, die haben schon Geld rausgetan aber nicht in Form von Schecks oder so. Kohle gab es erst zu NDW-Zeiten.”
Auch ja, Ihr hattet ja mit ”Himmel auf erden” von dem 1981er Album “Fest der vielen Sinne” einen richtigen Hit.
”Wir wollten es nicht auf der Platte haben. Wir damals sehr um eine gewisse Ernsthaftigkeit und Dunkelheit bemüht und plötzlich war das Ding da. ”Himmel auf erden” war der erfolgreichste Geisterfahrersong. Den hätten wir nie herausgebracht. Wir haben das im Studio so funmäßig gemacht. Der einzige der dafür war, das war Tommy Richter der Labelmanager, der meinte das ist dass geilste, das ist super gut. Michi fand das auch gut, er hatte auch schon einen Text ”Himmel auf erden”. Jürgen und ich, wir haben uns mit Händen und Füssen dagegen gewehrt. Wir haben gesagt, du bist wahnsinnig, das ist dass schlechteste, was wir je gemacht haben, das ist jetzt wirklich fast NDW – und prompt war das ein Hit. Wir waren dann plötzlich auch auf den Dingern mit TRIO, KONDITORS, NENA und der SPIDER MURPHY GANG drauf. Später hieß es dann, eigentlich sogar bis heute, ja GF das ist NDW. Dabei hatten wir später Englische Texte, wir wollten wir uns eben von dieser NDW-Scheiße streng abgrenzen. Michi, das muss man zugestehen, schreibt bereits seit 1970 englische Texte.”
In eurem Bandinfo schreibst du: ‚in Radiointerviews wurden wir mit Bands wie GIANT SAND etc. verglichen, deren Namen ich noch nicht einmal kannte.‘
”Den kannte ich auch nicht. Das Kranke war ja, das Michi, Michael Ruff, der kannte alles und ich kannte nix. Das muss ich schon sagen. Ich kannte Anfang der Achtziger Jahre auch alles aber aus dem Industrial und Elektronik Bereich. In den Endachtzigern, als wir viel getourt haben, da kannte ich keine Bands und auch keine Labels, SST und wie sie alle hießen. Und wenn es einen Interviewtermin gab, dann hat er mich dahin geschickt und ich saß da doof. Ihr werdet ja mit GIANT SAND und so und so verglichen – kenne ich nicht. Ja, aber ihr seid jetzt die amerikanisch-deutsche Band und in dem und dem Lied singt ihr ja – tut mir Leid, ich mache die Texte nicht, ich habe da keinen Plan von. Ich habe diese Bands nie gehört, ich spiele einfach Gitarre und mache irgendwas.”
Was sagst du zu dem Gerücht, das Intro von NIRVANAS ”Come as you are” stammt nicht von dem KILLING JOKE Song ”Eighties” sondern hier stand ”Mein Kind” von GEISTERFAHRER Pate.
”Ja, das Gerücht gibt es. Es gibt das Gerücht, dass Cobain, als er auf Tour war, das gehört hat. Aber es gibt auch das Gerücht, das Stück klingt ja nach KILLING JOKE. Ich kann das ganze ja eigentlich auch zugeben: diese Stück ist inspiriert, nicht von KILLING JOKE, sondern von, wie hießen die noch, ähm MODERN ENGLISH. Aber es ist nicht gecovert. MODERN ENGLISH war damals auch so eine Düsterband, da sind wenn man so will einige Parallelen, aber nicht 1:1 geklaut. Also man kann sagen, wir haben das daher und jetzt gibt es das Gerücht, das Cobain das wieder von uns hat. Das ist Unsinn. Wenn man so will, kannst du jeden Titel auseinander pflücken. Damals wurde uns zum Beispiel vorgeworfen das auf der Scheibe ist JOY DIVISION. Das ist Quatsch. Natürlich finde ich die geil, da mache ich auch kein Hel draus, aber ich habe nie JOY DIVISION nachgespielt - alleine der Gesang, wie kann ich Curtis nachsingen.”
Beim Hören der Kompilation CD ”Geisterfahrer 1997-1989” sind mir die ganzen Einflüsse aufgefallen. Neben JOY DIVISION höre ich auch GANG OF FOUR, CURE, P.I.L. und KILLING JOKE heraus. Alle diese Bands sind später groß herausgekommen. Anfang der achtziger sind ja auch einige Bands aus Deutschland nach England gegangen und wurden dort bekannt, wie z.B. D.A.F. oder X-MAL DEUTSCHLAND. Ihr seit aber einen anderen Weg gegangen.
”GF waren die totale Verweigerung. Wir konnten auch gar nicht. Keiner konnte wirklich gut spielten. Wir sagten, nee, wir wollen nicht auf Tour gehen, wir wollen nicht spielen. Wir hatten aber hinten solche Maschine und die haben immer gesagt, warum spielt ihr nicht, wir bezahlen euch das. Ihr könnt ganz Europa abtouren. Und wir sagten, wir haben aber keinen Bassmann und dann sagte Tommy, gut hier ist ein Bassmann im Haus, der hat bei den BEATLES gespielt und bei George Harrison: Klaus Vormann, der hat später TRIO gemanagt. Ich habe gesagt, ja, mach mal ruhig. Dann kam er an, ja Klaus findet das geil, will er machen. Wir haben es nicht gemacht, wir haben Schiss gehabt oder was auch immer. Wir haben gesagt, ne wir haben jetzt Erdem. Erdem das ist ein Freund von uns gewesen. Der konnte wieder kein Ton spielen, war aber sehr nett und ein guter Typ. Er hat es sich auch schnell raufgeschafft, und war nachher wirklich geil, aber bis er geil war da waren wir längst bei Phonogram weg. Und das geht so bis heute. GF war immer ein Projekt, von Anfang an. Wir haben uns nie gegründet. Wir haben das gemacht und dann blieb das auch Zufall. Es gibt keine GF Platte die gleich besetzt ist. Es war immer ein offenes Ding und dadurch haben wir uns bis heute auch nicht aufgelöst. Und jetzt mache ich es wie früher, ich buche die Halle und sage ich spiele da, aber es gibt die Band gar nicht. Ich habe jetzt einen noch unbestätigten Date im September, da spiele ich, da bin ich GF. Dann gucke ich, so einer wie du oder irgendeiner der mir über den Weg läuft macht dann mit. Ich finde das spannend, zu sagen es gibt nichts, es gibt keine Band, es gibt keine Stücke.”
Ich muss sagen ich finde diese Haltung sehr sympathisch
”Eigentlich denkt man ja, das entwickelt sich immer weiter. Wenn man das Jahre nicht gemacht hat und hört sich jetzt die Kompilation an, dann bleibt auch nur die erste und zweite übrig. Da würde ich sagen: richtig geil. Der Rest war zwar auch in Ordnung, musikalisch war ich da zehnmal so gut, aber es ist trotzdem normaler Rock. Es fehlt dieses etwas. ”Schatten Voraus” ist unsere beste Platte, unsere tiefste. Die Platte ist stümperhaft aber intensiv. Die erste Platte ist halt völlig aus dem nichts heraus entstanden. Keiner konnte ein Instrument halten. Der einzige der spielen konnte war Jürgen der Drummer. Die ersten Platten sind eigentlich Jürgen und ich: Schlagzeug/Gitarre ohne Bass. Wir haben uns Freitags im Studio getroffen, gesoffen und dann ging es los: drauflosgespielt und dabei ohne Ende alles aufgenommen. Aus dem Aufgenommenen haben wir dann im weitesten Sinne herausgeschnitten, was geil war. So ist das entstanden. Eigentlich waren GF nur für eine kurze Phase eine richtige Band. Die letzten Platten sind dann wirklich in der Gruppe entstanden. Da haben wir richtig mit 5 Mann geübt und konnten auch so auf die Bühne. Das waren richtig komplexe Sachen. Wir waren eine richtig gute Band, aber zuletzt war es abgenudelter Kram. “G-Far-I” das letzte GF-Album ist größtenteils Schweinerock. Das ist gut gespielter Schweinerock, mittlerweile konnten ja auch spielen. Aber da macht man sich keine Gedanken. Ich hatte auch Bock zu rocken, auch live. Wir haben wie die blöden gerockt. Wir waren eine total eingespielte Band. Wir hätten wirklich zum Rockpalast gehen können, wir wären da nicht durchgefallen.”
GEISTERFAHRER haben bis 1990 sieben Alben veröffentlicht, daneben gibt es von dir diverse Soloprojekte. Du arbeitest aber auch als Produzent und hast bei über 150 Produktionen mitgewirkt.
”Also was ich gemacht habe, da komme ich alleine auf etwa 30 Tonträger. GF, das ist wenn man so will ein Strang. Dazu kommen JEANNETTE und das LAND Z, das war Disco, heute würde man das Easy Listening nennen. Danach habe ich BAL PARE gemacht, das kennst du wahrscheinlich nicht, das ist so DEPECHE MODE oder Synthie-Pop. Im weitestes Sinne ist jetzt das INSTITUT eine Fortführung von BAL PARE. Das INSTITUT ist tiefer. Durch die Frauenstimme ist es zwar BAL PARE näher, aber es hat auch dieses dustere, elektronische, dunkel elektronische Seite von GF. Ich habe auch eine Kunstplatte gemacht mit Büttner/Oehlen. Oehlen kennst du vielleicht. Markus Oehlen war der Schlagzeuger bei MITTAGSPAUSE und das war auch so ein Ding. Das ist Kult geworden, das ist plötzlich Kunst. Zuerst hat sich überhaupt nicht verkauft und plötzlich ist so etwas heiß begehrt, wie die ganzen alten Zickzack Sachen. Die 150 kommen dann noch einmal oben drauf, das sind dann Sachen wie KOSMONAUTENTRAUM, ABWÄRTS, DORAU, OSTZONENSUPPENWÜRFEL, CHOCOLATE FACTORY, Berge eben. Ich habe z.B. damals ”Auto-da-fe” von SPK für Walter Ulbricht Schallfolien gemastert. Das haben die ihm damals quasi geschenkt. Und da hat er gesagt du bekommst von mir auch kein Geld, du bekommst für den Job den du da machst dreißig Platten geschenkt. Ich habe die dann auch verschenkt. Heute liegen die bei 100 Euro oder noch mehr. Wenn man sich die dreißig so eingeschweißt hingestellt hätte, könnte man die jetzt gut einzeln abstoßen.”
Hast du auch Industrial gemacht?
”Ja wir haben Tonnen von Industrial gemacht. Die Phase nach GF. Ich habe immer Tonnen von Musik gemacht. Es gibt zwei Schienen, die Songschiene und dann machen wir auch im weitesten Sinne Ambient oder auch Industrial. Wahrscheinlich kommt jetzt eine CD auf Dom Elchklang heraus und das ist dann so eine Mischung mit sehr schweren Beats - quasi Technoartig mit Industrial, das sehr rhythmisch und krachig. Das repräsentiert für uns die Neunziger– das ist ganz klar GF. Völlig Synthetisch. Auf dieser GF-Kompilation gibt es den Song “Monster” - total elektronisch, auch die Beats. Ich wollte immer harte Gitarren mit Elektronik mischen das war auch schon bei STROMAUSFALL so. Das zieht sich wie ein Strang durch alles durch. In der Endphase von GF fand ich das super, alleine dieses Können, das Gefühl dass ich das kann, dass wir plötzlich einen Wall of Sound hatten. Du gehst auf die Bühne und wirst weggeblasen nur hinten von der Anlage – und das war Rock’n’Roll. Irgendwann wurde mir das dann aber doch zu rockig und ich habe gesagt ich will jetzt wieder Elektronik da rein haben. Daran ist GF zwar nicht zerbrochen, aber ich würde sagen zerbröselt. Das war dann so, wir waren nicht mehr im Bunker, keiner hatte da mehr Bock drauf und ich habe Sessions gemacht mit Andy oder Marco. Da kamen gute Sachen bei raus aber es fehlte die Energie, weil die Leute nicht mehr geballt zusammen waren. Hier ein House Einfluss, ein bisschen Acid, da ein bisschen Industrial, es war alles einzeln. Die Beats kamen aus den Maschinen, Jürgen hat sich mehr oder weniger gelangweilt. Es ist zerfasert. Später in den Neunzigern bin ich mit Jürgen wieder auf den Punkt gekommen, das war auch nicht zerfasert, das war richtig geil. Aber es gab irgendwie keinen Markt. In den Neunzigern war mein Interesse ziemlich erlahmt. Ich habe dann Werbemusik gemacht und Kinospots vertont. Aber ich habe nie richtig Geld dafür gesehen. Da habe ich gesagt ich will auch mal ein bisschen Geld dafür sehen, nicht reich werden aber ein bisschen Geld und das war damit gegeben. Die Spots waren etwa 25 Sekunden lang und dafür gab es dann 1.000 Mark.”
Machst du das noch immer?
”Nein, ich habe das ein paar Jahre gemacht. Alles mit Timecode und SMPD, das war nervenaufreibend, die Hälfte der Zeit verbrauchte man mit irgendwelchen Briefings.”
Was heist SMPD?
”Timecode? Damals war das ja noch mit Video, Man kriegte eine Videokassette und da war der Film drauf mit einem Timecode und dann musste man die Computer und die Maschinen dazu synchronisieren. Das ganze nennt sich dann SMPD Timecode. Es lief dann der Film und ich habe dazu gespielt aber immer nur diese 25 Sekunden. Die meiste Zeit über war man auf irgendwelchen Briefings und Sitzungen wo dann immer gesagt wurde, wollen wir das denn nun so und so. Irgendwann langweilte mich das. Ich bin wieder zurückgegangen, im weitesten Sinne in den Bandsektor. So habe ich auch meine Freundin Traute kennen gelernt. Das war HERBST, die habe ich produziert. Das war Kammerrock so mit Cello und Geigen, dann habe ich auch wieder Punk gemacht, BAZOOKAS aus Hamburg, SABOTAGE O.C.O.C. aus Frankfurt, Techno FORTIFICATION. Dann wurde das INSTITUT gegründet. Ich mag so deutsche Namen wie Kraftwerk, Geisterfahrer, Stahlnetz. Die erste Platte kam 1998 raus.”
Fühlst du dich als Musiker oder bist du ein Mann der im Hintergrund der die Fäden zieht?
”Ich bin der unbegabteste Labelchef. Wenn ich sage ich mache jetzt ein Label, dann ist Ende, denn ich mache keine Musik mehr. Ich habe jetzt wieder ein Label, das Archiv und wenn da eine Platte rauskommt, das bereitet mir richtig Stress. Ich muss das Presswerk anrufen, usw., ich bin Musiker und will Musik machen und nicht diesen Bürokram. Zumal ich genau weis, ich verdiene dabei kein Vermögen dran, denn ich mache davon 500er Auflagen. Auf der anderen Seite habe ich mich nie als Musiker gefühlt. Ich kann alles spielen, aber nichts perfekt. Ich habe auf der ersten Platte bei einem Stück, ”Vertrauen”, am Schlagzeug gesessen, aber nicht weil ich das wollte, sondern weil ich nicht die Gitarre spielen konnte, die ich mir ausgedacht hatte. Jürgen war ein Super Drummer aber er konnte eben auch dieses Riff spielen und da haben wir gesagt, wir tauschen einfach. Mit Jürgen war ich dann später so eingespielt, dass wir Stücke wie ”Blumen” einmal gespielt haben und alle Breaks saßen. Da haben alle Leute gedacht, das müsst ihr tausendmal geübt haben. Das ist eine Übereinstimmung die ich mit Jürgen immer hatte. Seit 1979/80 machen wir zusammen Musik. Nur jetzt trommelt er nicht mehr, jetzt sitzt er dort hinten am Synthesizer und ich hier. Seit 15 Jahren machen wir hier in diesem Studio Lärm. Wir steuern irgendwelche Samples oder Kram an. Hinterher werden Sachen am Computer geschnitten. Es ist aber immer noch der GF-Geist – Elektro-Punk oder wie man das nennen will. Ein bisschen so wie die neue Single, die Weiße, da ist er ja auch mit dabei.”
Dein Label, dein Studio, GF, das Institut, was treibt dich eigentlich an?
“Meine Freundin Traute gibt hier im Studio Gesangsunterricht, das ist sozusagen die Tagschicht und ich mache die Nachtschicht. Ich habe Techno gemacht und Lounge Sachen gemastert. Das mache ich vielleicht zwei Jahre lang, aber dann sage ich auch, so jetzt reicht es, ich kann jetzt kein Lounge mehr hören. Wenn ich so etwas fünf Jahre machen würde, da werde ich doof bei. Letzte Woche habe ich hier Rock gemacht, das war sehr erfrischend und das ist eigentlich dass geilste, dieses vermischen. Immer wieder neue Sachen. Das ist spannend. Bei GF wusste man später schon wie die nächste Platte klingt. Am Anfang war das noch anders. Da ist man nicht mit fertigen Stücken ins Studio gegangen, sondern nur mit Fragmenten. Eine Grundstimmung war da, aber wir haben was zusammengebastelt. Das war für mich das interessante, das Dilettantentum. Mittlerweile kann ich eine ganze Menge, aber ich versuche oft mich so weit wie möglich zurück zunehmen. Die Musik so Minimal wie möglich zu halten.”
Kay Wedel